Der Garten meiner Mutter – Anuradha Roy

Vielleicht liegt es an mir. Aber Anuradha Roy wird nicht meine Favoritin unter den Familiengeschichten-Erzählerinnen.

Der Garten meiner Mutter ist irgendwie das. Die Familiengeschichte von Myshkin, konfus erzählt vom Urgroßvater über den Großvater und so weiter bis hin zur Mutter, die sich von dieser Familie, von ihrem Kind und ihrem Ehemann abgrenzen will, um Künstlerin zu werden. So die Theorie.

Für mich als Leserin kommt aber diese Geschichtenerzählung einfach zu kurz. Nach 100 Seiten Buch ist die Prämisse noch kaum deutlich, weil so vieles andere in den Vordergrund gerückt wird, dass es verwirrt und vor allem ablenkt. Es ist seltsam, für einen Detail-Liebhaber wie mich, aber das ist mir zu viel. Ein Buch zu schreiben, bedeutet für mich: Einen Sog schaffen wollen, in dem man mehr erfahren will. Und der Garten plätschert eher so vor sich hin, bis er sich bemüht, die Rahmenerzählung mit den vielen kleinen Anekdoten zusammenzuführen. Schade.

Außerdem: Da fehlt es stellenweise eindeutig an Frauen. Dafür, dass die Unabhängigkeit der Mutter erzählt werden soll, liegt der Fokus sehr auf den Männern der Familie. Das macht den ganzen Stoff noch umfangreicher als er sein müsste.

Am Ende wäre das Buch gekürzt vielleicht eine sehr Gutes nach meinem Geschmack geworden. So ist es leider eine Aneinanderreihung von Unbedeutsamkeiten, die sich mir nicht erschlossen, die mich nicht emotional gemacht haben.


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