Die Gabel, die Hexe und der Wurm: Geschichten aus Alagaësia – Christopher Paolini

Es ist endlich wieder so weit: Begleiter Eragons, Saphiras, Broms, Aryas, Oromis‘, Glaedrs, Nasuadas und so vielen mehr aufgepasst! Mit drei Kurzgeschichten schickt uns Christopher Paolini wieder auf Reise nach Alagaësia.

Disclaimer vorweg: Dies ist kein fünfter Teil der Saga, es sind bloß drei Kurzgeschichten, die hauptsächlich ein Jahr nach Ende des vierten Bandes zu verorten sind. Die machen aber Lust auf mehr!

Denn Eragon hat es geschafft: Er hat einen Ort gefunden, wo er die Drachen und Reiter aufziehen kann. Hier erwarten ihn zur Abwechslung keine blutigen Kämpfe und knappen Schlachten, sondern ganz im Gegenteil die allgegenwärtige Organisation, die seine Position nun von ihm erwartet. Er muss Rechnungen prüfen, Bürokram erledigen und die Zukunft planen, wie ein guter Anführer vorausdenken und Hoffnungen hoch halten, dass das Volk der Drachen bald wieder in voller Blüte stehen wird. Dass das nicht so einfach ist, vor allem wenn man das alleine und weit entfernt der Heimat und liebgewonnen Freunde bewerkstelligen muss, muss er schnell und hart lernen, bevor es zu spät ist.

All das ist aber eigentlich nichts Neues. Wir wissen, dass Eragon aus dem Land verschwand, um einen Drachenhort zu errichten und die neuen Reiter zu schulen. Dieses Buch ist, wie bereits im Disclaimer erwähnt, keine Fortsetzung dieser Ereignisse. Eigentlich ist dieses Buch nicht einmal aus Eragons Weltsicht heraus erzählt, auch wenn es den Anschein haben könnte und auch hat (schließlich verleitet der Titel zu dieser Annahme: Band 1 Eragon). Stattdessen erfahren wir etwas über andere Charaktere, die bisher nur ungenügend selbst zu Wort gekommen sind: Murtagh, Angela und die Urgals.

Es sind Kurzgeschichten. Entweder eine einzelne Szene aus ihrem Leben, eine traditionelle Sage oder Tagebucheinträge. Das ist interessant, wenn man die Eragon Reihe sowieso verinnerlicht hat und jedes Bröckchen Information zum Verlauf ihres weiteren Lebens inhaliert. Für diese Leute macht dieses Buch Sinn.

Wenn ich persönlich auch bemängeln muss, dass die Sprache und Buchgestaltung mir als erwachsenerer Leserin absolut nicht zusagt. Die Schrift ist nach Jugendbuch-Stil riesengroß, genauso wie die Zeilenabstände, und die Sätze sind kürzer und weniger komplex als in den Originalbüchern. Das ist aber nicht unbedingt ein Kunstfehler, eher eine, aus meiner Sicht, falsche Strategie der Vermarktung. Und das nur, weil ich erstens denke, dass die Eragon Bücher eher von Young Adults gelesen wurden als von Teens und zweitens weil ich sicher bin, dass die Hauptleserschaft die Fans sind, die mit den Büchern groß geworden sind, und dementsprechend heute nicht mehr im Jugendbuchbereich angesprochen werden können. Aber das nur aus Verkaufssicht. Der Text ändert sich ja nicht anhand der Gestaltung.  Das sollte man bloß in Betrachtung ziehen, bevor blind dieser Band gekauft wird.

Alles in allem bin ich mir unschlüssig, wie ich das Buch bewerten soll. Es hält, was es verspricht, wenn man weiß, was es will (was aber wiederum nicht eindeutig genug gemacht wird…). Ich persönlich bin froh um jede Brotkrume aus Alagaësia, aber Begeisterungsstürme um der Geschichten willen kann ich mir nicht abringen. Vielleicht aber auch nur, weil ich nicht in die Marketingstrategie des Verlages hineinpasse. Stattdessen möchte ich dieses Buch uneingeschränkt den ehrlichen Fans empfehlen, die sich auch an nur kleinen Referenzen erfreuen können und die auch von den Urgals Geschichten lesen möchten.

 

Aber noch ein größeres Aber: Es wird gemunkelt und spekuliert, dass Paolini bereits den Entwurf für eine offizielle Fortsetzung der Romane fertig gestellt hat, dessen Realisierung bald nach seinem nächsten Buchprojekt angegangen werden soll! Und darauf werde ich dann wirklich gespannt sein, denn davon erwarte ich mir mehr als ein paar Brotkumen.

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Ein Gedanke zu “Die Gabel, die Hexe und der Wurm: Geschichten aus Alagaësia – Christopher Paolini

  1. Die gigantische Schriftgröße ist für mich reine Verarsche um mehr Inhalt zu suggerieren als eigentlich da ist. In meiner Rezenzion habe ich eine Rechnung angestellt in der raus gekommen ist, dass Harry Potter und der Stein der Weisen im selben Vormat 1,7 mal mehr Wörter pro Seite hat im Vergleich zu Die Gabel, die Hexe und der Wurm. Und der ganz große Mittelfinger: Harry Potter und der Stein der Weisen kostet nur 16 Euro statt 18. Wir zahlen also mehr Geld für ein Buch das nur die Hälfte an Inhalt hat. Es ist so als würde man im Kino für Überlänge zahlen, weil der Film in halber Geschwindigkeit abgespielt wird. Was bei Filmen unvorstellbar ist, ist bei Büchern anscheinend Normalzustand geworden.

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