Die Form der Schönheit: Über eine Quelle der Lebenskunst – Frank Berzbach

Zunächst einmal ist dieser Essay des bekannten Lebensgenießers Frank Berzbach natürlich ein wunderschönes Buch. Und natürlich ist das nichts Ungewöhnliches für ihn, denn er ist schließlich und schlussendlich Frank Berzbach.

Besonders an diesem Buch ist nicht nur (aber auch) seine Gestaltung, die reine Optik. Fasst man es nicht an, weiß man erst einmal gar nicht, was man da vor sich hat. Die bisher im Hermann-Schmidt-Verlag erschienen Bücher des Erfolgsautors waren schon immer auf den ersten Blick mit aller aufgebotenen Kreativität und Leidenschaft gestaltet, die ein Künstler aufbringen kann, daher die Anmerkung. Besonders an der Form der Schönheit ist die intensive Auseinandersetzung mit seinem ureigenen Thema, die sich überall widerspiegelt. Denn nimmt man die Schönheit in die Hand bemerkt man nach und nach seine Ausgefallenheiten, Ecken, Kanten und Wirrungen. Das Buch als solches überrascht und überzeugt bereits ganz allein, ohne seinen Inhalt. Eine Schwäche?

Natürlich nicht. Das Buch ist tatsächlich sinnvoll gestaltet. Denn wo Berzbach von Schönheit spricht, da schreibt er von Anfassen, Erfahren, Fühlen, Spüren, Erleben. Das Buch ist Programm, und das ordentlich.

Im Laufe des Essays wird deutlich, wie sehr die Schönheit als Lebenskunst zelebriert werden kann. Gekonnt umschreibt Berzbach eine Ästhetik weit weg von Silicon Valley und Hollywood, die echt und wahrhaftig ist, begreifbar und ehrlich. Es geht nicht nur um Optik, um die obszön verfolgte Art der Schönheit, die sich langsam, aber ernsthaft, selbst sabotiert. Gleichzeitig geht es genau darum. Als würde er von einer guten Freundin sprechen, die nur eingeladen und willkommen geheißen werden will, schreibt er liebevoll von Orten, Geheimnissen und Ursprüngen eines reinen Gefühls, das sich selbst kaum erkennen oder begreifen kann. Orte der Kreativität ebenso wie die des Konsums, Umgebungen voller Natur und überwältigende Großstädte, kleine und pompöse, detaillierte und geklärte Flächen, Räume, Figuren. Kurz und gefasst (er-)findet Berzbach die wichtigen Fundorte der Schönheit, nicht ohne außerdem die sich darin befindenden Persönlichkeiten zu wertschätzen. Eine ästhetisierende Rundwanderung in die Schatzkiste unserer Gesellschaft.

Die Form der Schönheit zeigt mit einem sanften Schubser eine Lebensart, die sich mit der joie de vivre verbindet und zu einer umfassenden Betrachtung verleitet, die verändert und bereichert. Und die beweist: Die Augen zu öffnen kann ausreichen, um Glück zu finden.

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