Ein guter Plan – Review

„Ich habe jetzt keine Zeit, mich nur mit mir selbst zu beschäftigen.“

Diesen Satz habe ich tatsächlich unlängst in meinem kleinen, gestressten Köpfchen ausformuliert. Und im nächsten Moment mich selbst dafür verflucht, mich fast beschimpft für eine solche dumme Aussage. Und mich dann darüber geärgert, mich selbst so blöd zu finden. Gibt es etwas bescheuerteres als einen solchen Dialog mit sich selbst zu führen? Ich denke nicht. Und es hat mich in eine Stimmung gebracht, oder genauer gesagt in eine Art Zustand, die mir einfach nicht angemessen erscheint, für absolut niemanden. Also habe ich meine Gedanken Gedanken sein lassen und habe mich bemüht, eine Lösung zu finden für mich und meine Zukunft als verplanter, gestresster Mensch dieser hektischen Neuzeit.

Faszinierenderweise kam in diesem Augenblick eine gute Seele um die Ecke, die liebe Bloggerin dariadaria, die mir per InstagramStories mitteilte, sie habe zu einem gewissen Achtsamkeits-Kalender einen Aufsatz beigetragen, einem Kalender mit dem Mantra „Zweitausendachtsam“ und dem griffigen Namen „Ein guter Plan“. Ich stutzte. Und ich stutze recht selten, denn dieses Wort finde ich recht fruchtlos für die Imagination (wie zeigt sich stutzen denn bitte?). Es war wie eine Art Rettungsaktion für jemanden, der nicht einmal von seinen Verletzungen weiß und dem ein Trupp weißgekleideter Menschen hinterherrennt und schreit: „Wir haben eine Lösung! L-Ö-S-U-N-G!“. Und ich Trottel laufe einfach weiter in meinem hinten geöffneten, meinen Hintern freilegenden Krankenhaushemd und halluziniere von einer schlimmen, schlimmen Welt.

Naja, so oder so ähnlich war es jedenfalls. Nehmt mich bitte nicht zu ernst hierbei. Um auf den Punkt zu kommen: Ein Guter Plan kam mir entgegen und ich wäre ein Dummkopf, diese Chance, die ein solcher Kalender mir bietet, nicht zu nutzen. Also will ich ihn euch ebenfalls ans Herz legen, sofern ihr noch auf eine (Er-)Lösung zu welchem Problem auch immer wartet.

Manche werden jetzt schon nicht mehr mitlesen oder es zumindest nur unter Protest oder ausschließlich kopfschüttelnd und missbilligend tun. Verständlicherweise. Denn bisher sprach ich nur von einem Kalender mehr nicht. Aber, oho, so viel mehr, geschätzte Skeptiker! „Ein guter Plan“ kann helfen. Und wird mir definitiv mein Leben leichter machen, als es bisher war.

Zu meiner Person vielleicht erst einmal so viel: Termine, Pünktlichkeit und Selbstorganisation ganz Allgemein sind nicht meine größte Stärke. Faktisch sind sie sogar meine größte Schwäche, und das gefällt mir ganz und gar nicht. Dass sich das so leicht ändern lasse wird mir seit Jahren gepredigt, dass ich das Problem an der Wurzel packen muss, dass ich mich ändern muss, um erfolgreich zu werden, völlig egal mit was. Dass das aber bisher nicht passiert ist, liegt hauptsächlich daran, dass diese Aufforderungen sämtlich von mir kommen. So unkonkret, wie sie formuliert sind, so voller Selbsthass und Zweifeln an meiner geistigen Gesundheit, können sie wohl auch von niemand anderem kommen. Ich selbst bin wohl verantwortlich für Veränderungen in meinem eigenen Leben, also sollte ich anders sein wollen und dann wird das schon kommen, wie es soll! Dachte ich mir so einfach. Aber ich hatte keinen anständigen Plan, versteht ihr? Nichts, keine Schritt für Schritt Anleitung, nicht einmal die Fähigkeit, mich selbst einzuschätzen, wie schnell oder wie langsam ich bin, einen solchen Plan aufzustellen, geschweige denn einzuhalten. Dazu kommt noch, dass ich alles ändern wollte, und noch will. Ich will besser in einer Sportart werden, besser noch in verschiedenen Bereichen von verschiedenen Sportarten, die ich allesamt auf ein höheres Niveau bringen wollte. Am besten früher als später. Ich wollte mich selbst organisieren, nicht ahnend, wie viele Nuancen sich hinter diesem Wort verbergen. Es geht um Uni und Privatleben, klar. Aber dann kommt noch ein Nebenjob dazu, und wo fange ich eigentlich an, bei meinen Hobbies, bei welchem Hobby? Soll ich Uni auf Priorität Nummer Eins setzen, oder doch lieber das, wobei ich das erlerne, was ich später tun will? Soll ich Hausarbeiten vor Referaten priorisieren, soll ich alles gesondert betrachten, soll ich alles miteinander priorisieren? Sollte ich vielleicht keine Prioritäten setzen und rein zeitliche Deadlines beachten? Und zack, bin ich wieder dort, wo ich angefangen habe, ohne Plan, nur mit viel zu tun und einem großen Bedürfnis nach Ordnung in diesem unbezähmbaren Chaos.

Am Anfang steht der Plan. Mit einer guten Portion ordentlichem Willen. Aber eben nicht zu viel Ehrgeiz. Eine von Aristoteles‘ großen Tugenden war die Mäßigkeit. Diese wird in der nahen Zukunft fürs erste meine Muße sein, mein Ausgangspunkt. Und ich erhoffe mir, dass „Ein Guter Plan“ auch ein guter Partner sein wird. Für den Anfang sieht alles gut aus. Auf Instagram habe ich den Kalender und seine 3 Teile vorgestellt: Lebensplaner, Terminkalender, Verschiedenes.

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Der Lebensplaner stellt zunächst die elementaren Fragen. Wer bist du? Wer willst du sein? Was macht dich aus? Wohin soll es gehen? Konkret lässt der Planer die Fragen beantworten, die deinen Willen klären und deine Gedanken und Wünsche auf Papier bringen sollen, beispielsweise was dich glücklich und im Gegenteil unglücklich macht, wo deine Prioritäten im Leben liegen und wie dein Leben sich aktuell gestaltet. Die Entwickler selbst beschreiben diese ersten Seiten als eine Selbst-Hygiene. Diesem Term kann ich uneingeschränkt zustimmen. Als ich die Seiten bearbeitet habe, fühlte ich mich in Nachhinein ein wenig reiner, ein bisschen ausgeglichener, weil ich mir die Zeit nahm, meiner inneren Stimme mehr Raum zu geben, als das gelegentliche schlechte Gewissen, das sich zu den unpassendsten (und dementsprechend nötigsten) Situationen meldet. Tipp dazu: Nicht alle Fragen auf einmal beantworten. Sich dafür eine Menge Zeit zu nehmen und vielleicht jeden Tag, oder jeden zweiten, eine Frage herauszupicken, mit der man sich dann länger beschäftigen kann, entschleunigt in seiner Simplizität den unaufgeräumten Kopf und senkt das Stresslevel. Wie eine Art Mantra.

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Der Terminkalender ist zunächst einmal ein Terminkalender, ausgestattet mit einigen Kniffs und Tricks, die dich auf die richtige Bahn lenken wollen und dem Alltag ein bisschen seinen Schrecken nehmen. Das sind zum Einen die zweigeteilte To Do Liste auf der rechten Seite (Privat und Beruflich), die einlädt viel, aber eben nicht zu viel zu schaffen und diese berühmte Balance zu halten. Zum Anderen gibt es dann noch beispielweise einen Fokus der Woche, einen Informationskasten zur Achtsamkeit mit hilfreichen Tips und noch einige schöne Fragen und Inspirationen gegenüberliegend, die wie die Mantras im Lebensplaner für diese Woche dienen können. Vieles, das unseren Termindruck lindern und das Stresslevel sinken kann, und außerdem dazu einlädt, sich Zeit für sich selbst zu nehmen, wenn alles einfach zu viel wird. Noch hinzu kommt die clever gestaltete monatliche Rückschau, bzw. Vorschau, je nach Nutzungsverhalten, die zur Reflektion dient und die Planung für den kommenden Monat erleichtern kann.

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Schlussendlich der Teil Verschiedenes. Hier finden sich die Infos, die man auch aus gewöhnlichen Kalendern kennt, wie die Schulferienzeiten oder Raum für Wochenpläne, aber eben auch wieder das gewisse Etwas, das diesen Kalender zu der Besonderheit macht, die er nun einmal ist. Vor allem eines: Listen. Listen der Bücher, der Reiseziele, der größeren Anschaffungen, der Geschenkideen, der Highlights und Neuen Erfahrungen von 2018.

Ich versuchte mich kurz zu halten, was mir offensichtlich misslungen ist. Dafür muss ich mich wohl entschuldigen. Doch Achtsamkeit ist meiner Meinung nach ein Thema, das all die Aufmerksamkeit verdient, die ich ihm hier gewährt habe. Ich bin nicht bezahlt von „Ein Guter Plan“, den Kalender habe ich mir selbst gekauft und das hier ist nichts als die Begeisterung eines verpeilten Menschen, der ein wenig Ordnung ins Chaos bringen will, oder ordo ab chao, wie Robert Langdon es ausdrücken würde. Ich hoffe ich kann euch weiterhelfen, wenn ihr ebensolche Menschen seid und nicht das auf die Kette bekommt, das ihr wirklich wollt und eine wunderschöne Woche wünsche ich.

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