Brot – So schmeckt Heimat (Helene Weinold-Leipold)

Das fällt für mich auf dieser Ideensammlung vielleicht etwas aus dem Rahmen. Vielleicht sollte ich mich erklären, weshalb sich unter meine persönlichen, kleinen Literaturschätze plötzlich ein Backbuch mischt, eine Gattung aus der Art der Massenwirtschaft, wie sie nur selten zu finden sind. Sie werden an die angehenden oder simulierenden Hausfrauen verkauft (Achtung, ich stereotypisiere hier, nicht unbedingt Ernst gemeint!), sind gar Hassobjekt so manchen Anfängers am Herd. Ein Backbuch, in dem sich wohl wirklich nicht besonders viele Worte sammeln lassen.

Nein, nicht die Worte sind hier das Relevante, für mich ist das hier zwar fast einen eigenen Gedankenrausch wert, in dem ich über gesündere Ernährung rede oder wie wichtig es ist/sein kann, den eigenen Körper als Tempel zu betrachten, vielleicht kommt das auch noch, aber nicht an dieser Stelle. Aber hier schreibe ich davon, dass Brot backen für mich ein völlig neues Feld ist, das sich mir mit diesem simplen Einsteiger-Handbuch eröffnet. Ich bin froh über die handliche und überschaubare Größe des Buches und vor allen Dingern über die Simplizität der Rezepte. Das hier ist kein Angeber-Ratgeber, bei einer Dinner-Party mit den Chefs der Chefs wird ein Brot aus diesem Backbuch wohl nicht sonderlich glänzen. Dennoch wäre es selbstgemacht!

Ich habe schon im Gedankenrausch Natürlichkeit, nein danke darüber geredet, wie wichtig ich es finde, was wir unserem Körper mit ein bisschen Bewusstsein im Leben ersparen können. Das bezieht sich natürlich nicht nur auf oberflächliche Behandlungen, sondern eben auch auf unsere Nahrung, mit der wir unser biologisches Super-System ausbalancieren oder (zu) stark beschäftigen können. Vor allem dann, wenn wir keine Ahnung haben. Womöglich ist das eine noch wichtigere Sache, mit der man sich im Laufe seines Lebens ununterbrochen beschäftigen sollte. Ich wollte erfahren, wie es ist, Dinge selbst zu machen, wie man es mit Kuchen immer, immer wieder macht. Man weiß eben dadurch, dass Kuchen nicht zucker-, butter-, geschweige denn kohlehydratarm ist. Wir wissen das, weil wir es selbst gemacht haben, wie eine unwichtige Erfahrung, die sich in unser Hirn brennt und wodurch wir wissen: Nee, eher Genussmittel, als tagtäglicher Nahrungsanteil. Also wollte ich das gleiche über mein Brot wissen, vielleicht kommt das vielen stupide vor, vielleicht gibt es auch viele, die mir zustimmen, ich hoffe jedenfalls, ich stehe mit meiner Neugier nicht alleine da. Außerdem hat uns doch Oma von Kindesbeinen an beigebracht, das es selbstgemacht eben am besten schmeckt!

Zurück zum Backbuch an sich: Es sind viele simple Anfänger-Brote zu finden, das Prinzip Sauerteig wird sehr anschaulich und toll erklärt, die Brote, die ich bisher versucht habe, sind allesamt gelungen und haben wunderbar geschmeckt. Was verlangt man also mehr von einem Brot-Buch? Weshalb ich eben dieses gewählt habe, ist einfach und schnell gesagt: Es sind genau richtig viele Rezepte darin. Es sind nicht so viele, dass man versinken würde, aber auch nicht so wenige, dass es das Geld nicht wert ist. Ideal für Einsteiger! Also auch für mich. Außerdem schmecken die Brote genauso, wie versprochen, nach Heimat. Allein der Duft der Teige ist für mich Grund genug, am Backen, das mich mit den süßen Verführungen nie besonders gereizt hat, Gefallen zu finden.

Alles in Allem eine besondere Empfehlung für alle Genießer, die eben gerne mal Im Bewusstsein jeden Korns ins Brot beißen möchten!

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