Schönheitsbild Fit

Der Auslöser für diesen Artikel ist das kürzlich online gegangene YouTube-Video von Estée Lalonde zu einer neuen Rubrik auf ihrem Kanal, #personalbest. In diesem Video redet sie von ihrem Verlangen, fit zu werden, gesund zu leben und als Vorbild für die vielen jungen Mädchen zu fungieren, die tagtäglich ihre Videos schauen. Eigentlich etwas, das heutzutage zuhauf im Internet zu finden ist.

Wer ist diese Estée Lalonde? Berufstechnisch ist es wohl am einfachsten, sie als eine Beauty und Lifestyle YouTuberin zu beschreiben. Meist veröffentlicht sie Makeup-Looks, Outfits oder Hauls, die sich ganz speziell und eindeutig um das Thema Aussehen drehen. Sie präsentiert ihre Art, ihr Leben schön zu gestalten, im eigentlichen Sinn des Wortes, doch ist das ein Bild, das zu einem Aufruf an die Jugend passt, sich wohl fühlen zu wollen und nicht fit zu werden, weil es vorgeschriebenes Schönheitsideal ist? Denn genau das ist es, was sie fordert. Mit ihr und dieser zukünftigen Videoreihe will sie den jungen Zuschauern die Möglichkeit bieten, sich gesund zu ernähren, Sport zu treiben, bewusst zu leben und endlich zu verstehen, was Gesundheit eigentlich langfristig bedeuten sollte. Sie spricht das hohe Herzkrankheitsrisiko bei ungesunder Lebensweise an und spricht ebenso von einem stressfreieren Leben, von weniger Migräne und einer zentrierteren Gedankenwelt, der selbstbewussten mindfulness.

Sind das alles Ziele, die zu ihrem Programm passen? Ja, Estée Lalonde (auch bekannt unter ihrem früheren Pseudonym essiebutton) engagiert sich viel für die jungen Mädchen unter ihren Zuschauern, tituliert sich offen und stolz als Feministin und trägt ihre Überzeugungen gerne zur Schau. Mit ihrer Rubrik #Femtalk will sie gezielt diese Gruppe Mädchen ansprechen und stellt ihnen Beispiele vor, wie es auch im Alltag möglich ist, eine starke Frau zu sein, zeigt unter anderem Bücher von bekannten weiblichen Persönlichkeiten, die sie auf dem Weg zu ihren heutigen Einsichten be- und geleitet haben, und berichtet von ihren eigenen Schwierigkeiten, manchmal einfach ein ‚badass woman‘ zu sein, wobei es so einfach sein sollte, wie es für viele Männer selbstverständlich ist.

Aber zurück zu #personalbest. Persönlich kenne ich Estée nicht besonders gut, ich bin kein Fan und schaue auch sicher nicht jedes einzelne ihrer Videos. Dennoch finde ich diese Aussage überaus wichtig, zu betonen, dass Gesundheit nichts mit dünn sein zu tun hat. Ich bewundere diese junge Frau, weil sie entschlossen ist, als Vorbild aufzutreten und damit ihre schlechten Angewohnheiten abzulegen und zu erleben, was es heißen kann, vollkommen gut zu leben. Sie spricht Instagram an. Sie spricht die ganzen zu dünnen Mädchen an, die dieses Frauenbild propagandieren und sie sagt ganz ehrlich, dass es auch sie selbst beeinflusst. Instagram, wie auch all die anderen großen sozialen Medien unserer globalisierten Welt, macht für die neue Generation nun einmal einen großen Teil der persönlichen Entwicklung eines Selbstbildes basierend auf dem Fremdbild der vielen (oder wenigen) Likes und Aufrufe aus, beeinflusst den Selbstwert und das Selbstbewusstsein der jungen Mädchen und setzt neue Maßstäbe in Sachen Sport und Fitness. Die zahlreichen BeautyBlogger, FashionBlogger und FoodBlogger, die ihre durchtrainierten Körper zeigen, oder auch nur die dünne Wahrheit, können so manchen jungen Geist zu einfach verunsichern.

Estée hingegen will ihr persönlich bestes Selbst kreieren und endlich bewusster leben lernen. Sie will keine ungesunden Modelmaße oder Sixpacks da und dort, noch der jungen Generation ein schlechtes Gewissen machen. Sie will zeigen, dass es so geht, dass es das Beste ist, ohne dass es zu viel (oder zu wenig) ist. Dieses Video und hoffentlich auch die folgenden dieser Reihe, in die ich hohe Hoffnungen setze, kann ich nur empfehlen, sich einmal anzuschauen und Estée bis zum Ende zuzuhören. Ich finde sie beeindruckend und hoffe, dass ihre Überzeugung auch manchen Menschen erreicht, der nicht unbedingt jeden Tag die Trends auf YouTube oder Twitter, Instagram und Co verfolgt und so mit ihr lernen kann, das Beste aus sich herauszuholen.

Und eben nicht den besten Körper. Sondern das beste persönliche Gefühl.

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